Traumjob für Frustrierte: 800 Dollar kassieren, um eine KI zu mobben!
Wir alle kennen das Gefühl: Man erklärt einem Chatbot minutenlang einen komplexen Sachverhalt, bittet um eine klitzekleine Anpassung – und plötzlich hat die ach so intelligente Maschine den kompletten Kontext vergessen. Es ist einfach zum Haare raufen. Aber stell dir vor, jemand würde dir genau für diesen Frust Geld bezahlen. Und zwar richtig gutes Geld.
Genau das macht das KI-Start-up Memvid gerade und sorgt damit für ordentlich Wirbel. Das Unternehmen hat kürzlich eine Stellenanzeige für einen „Professional AI Bully“ – also einen professionellen KI-Mobber – geschaltet. Der Deal ist so simpel wie genial: Du verbringst einen achtstündigen Arbeitstag vor der Kamera und tust nichts anderes, als bekannte Chatbots gezielt in die Enge zu treiben. Deine Aufgabe ist es, die KI durch ständiges Wiederholen von Fragen und verwirrende Anweisungen so lange zu triezen, bis sie den roten Faden verliert, anfängt zu halluzinieren oder den Kontext komplett vergisst. Für diesen digitalen Nervenkrieg zahlt Memvid dir satte 800 US-Dollar. Das macht einen Stundenlohn von entspannten 100 Dollar.
Hinter dieser kuriosen Aktion steckt natürlich mehr als nur der Spaß an überforderten Algorithmen. Memvid-CEO Mohamed Omar und sein Team hatten ursprünglich KI-Agenten für das Recruiting im Gesundheitswesen entwickelt. Dabei stießen sie immer wieder auf ein massives Problem: Die gängigen KIs litten quasi unter digitaler Demenz und vergaßen im Gesprächsverlauf wichtige Details. In sensiblen Bereichen wie der Medizin ist das ein absolutes No-Go. Aus der Not heraus entwickelte Memvid also kurzerhand eine eigene Software-Lösung, die genau dieses Gedächtnisproblem der Chatbots beheben soll. Der Job als KI-Mobber ist demnach ein ziemlich cleverer Marketing-Schachzug. Das Start-up will den alltäglichen Nutzerfrust authentisch auf Video bannen, um der Welt zu beweisen, wie fehleranfällig aktuelle Modelle sind – und um ganz nebenbei das eigene Produkt als die ultimative Lösung zu präsentieren.
Das absolute Highlight der Stellenausschreibung sind allerdings die Anforderungen an die Bewerber. Vergiss Informatik-Abschlüsse oder krasse Programmier-Skills. Die einzige harte Anforderung ist, dass du mindestens 18 Jahre alt bist. Viel wichtiger ist Memvid deine persönliche Leidensgeschichte: Du solltest eine „tiefe persönliche Historie von technologischen Enttäuschungen“ vorweisen können. Kurz gesagt: Wenn du schon oft genug kurz davor warst, deinen Laptop aus dem Fenster zu werfen, bringst du die perfekten Soft Skills mit. Du brauchst nur noch die stoische Ruhe, einer Maschine immer wieder dieselben Dinge zu erklären, ohne komplett die Fassung zu verlieren. Im Bewerbungsformular reicht es völlig aus, dein bisher frustrierendstes Erlebnis mit einer Künstlichen Intelligenz zu schildern.
Aktuell sucht das Start-up zwar erst einmal nur eine einzige Person für dieses bezahlte Frust-Ablassen. Aber da vor allem Wissensarbeiter täglich mit diesen Kinderkrankheiten der Technologie kämpfen, war der Ansturm auf die Stelle riesig. Wer weiß – vielleicht etabliert sich das professionelle KI-Mobben ja bald als lukrativer Nebenjob.